Die Kirchengemeinde St. Richard


Träger des Seniorenheimes St. Richard ist die Katholische Kirchengemeinde St. Richard vertreten durch den Kirchenvorstand. Die gleichnamige Kirche liegt in der Nähe des historischen Ortskerns von Rixdorf, nicht weit von der Stelle entfernt, wo bereits im 13. Jahrhundert eine Siedlung des Templerordens mit dem Namen Richardshof gegründet wurde. Schutzpatron dieser Siedlung war der Hl. Richard, der im Jahre 1253 in Dover verstorbene Bischof Richard von Chichester. Mit der Aufhebung des Templerordens ging der Besitz an den Johanniterorden über. In der 1360 an gleicher Stelle vollzogenen Dorfgründung lebte die erste Ansiedlung unter dem Namen Richardsdorp weiter. Der Patron der bald danach entstandenen Dorfkirche wird wahrscheinlich ebenfalls der Hl. Richard gewesen sein.

 

So lag es nah ihn zum Namenspatron für die neu gegründete Kirchengemeinde zu wählen.

Die Kirchengemeinde blickt inzwischen auf ein über 75- jähriges Bestehen zurück, das im Jahre 2005 mit vielen Veranstaltungen feierlich begangen wurde.

 

Am Pfingstmontag, 09.06.1930 erfolgte die Weihe der St. Richard- Kapelle durch Bischof  Dr. Christian Schreiber. Die Kapelle sollte nur ein vorübergehendes Provisorium sein, bis zur Errichtung der endgültigen Pfarrkirche. Bedingt durch finanzielle Notzeiten, die politische Situation und letztlich durch den Krieg war die Verwirklichung dieses Gedankens zu dieser Zeit nicht möglich. Am 16.12.1943 erlitt die Kapelle erhebliche Zerstörungen durch Luftminen, wurde aber nach dem Krieg wieder aufgebaut. Diese Kapelle dient heute als Pfarrsaal für die vielfältigen Feste, Feiern und Begegnungen der Gemeindemitglieder und darüber hinaus.

Mit dem 01.01.1948 wurde die bisherige Kuratie St. Richard zur Pfarrei erhoben.

Anlässlich des Besuches von Generalvikar Adolph am 11.03.1964 wurde die Bitte um einen Kirchneubau an ihn herangetragen. Dieser wurde vom Bischöflichen Ordinariat in etwa in      10 Jahren in Aussicht gestellt. Es folgte die Ausschreibung des Architekten- Wettbewerbs für den Neubau. Architekt König der mit seinem Architektenentwurf die Ausschreibung gewann wollte, dass das Gebäude sich von seiner Höherstaffelung und Dimensionierung von der umliegenden Bausubstanz abhebt und andererseits einen Bezug dazu sucht. Außerdem sollte in der neuen Kirche, der die diesbezüglichen Empfehlungen des II. Vatikanischen Konzils zu Grunde gelegt waren, bewusst eine Zone der Ruhe gegen Straßen- und Fluglärm geschaffen werden. Gute Führung der Fußgänger und eine sinnvolle Verschmelzung der Gartenanlage mit Pfarrhaus, Seniorenheim und Kindertagesstätte wurden vorausgesetzt.


Gleichzeitig wurden Spenden- und Sammelaktionen durchgeführt um die Eigenmittel in Höhe von 600.000 DM aufbringen zu können. Der Kirchenneubau konnte am 14.12.1975 durch Kardinal Dr. Alfred Bengsch feierlich geweiht werden.

„Erstaunlich ist der Gegensatz, den der Besucher empfindet, wenn er das Gotteshaus betritt. Eben noch beeindruckt durch die wuchtige kubische Grundgestalt des Baukörpers aus schalungsfreiem Sichtbeton, aufgelöst durch zahlreiche Rundungen und einen freundlich- hoffnungsvollen, zartgrünen Fassadenanstrich, empfängt ihn jetzt ein Würde, Wärme und Geborgenheit ausstrahlender Innenraum. Architekt, Künstler und Gemeinde haben in vorbildlicher Zusammenarbeit ein Werk geschaffen, das allen Vorstellungen der Beteiligten entsprach. Schönheit und Zweckmäßigkeit verbinden sich in voller Harmonie.“ (aus der Festschrift 75 Jahre St. Richard).


Nach der politischen Wiedervereinigung der beiden Teile Deutschlands, erfolgte am 17.06.1990 die Vereinigung mit der Gemeinde St. Anna, die 1994 vom erzbischöflichen Ordinariat zugeschrieben wurde. Der erste eigenständige Gottesdienst in Baumschulenweg im Bezirk Treptow wurde 1912 gefeiert. Die Weihe der Kirche St. Anna erfolgte 1930. Mit dem Mauerbau wurde die Gemeinde St. Anna in einen östlichen und in einen westlichen Teil geteilt. Die Gläubigen in West- Berlin wurden in die Kirchengemeinde St. Richard  eingegliedert.

Kapelle Seliger Edmund

Die Kirchengemeinde St. Richard verfügt somit über drei Gottesdienststätten: die Pfarrkirche St. Richard, die Kirche St. Anna in Treptow und die Seliger Edmund Kapelle im Seniorenheim St.  Richard. Zudem gehört zur Kirchengemeinde das Katholische Gemeindezentrum  St. Richard mit dem Seniorenheim und der Kindertagesstätte.

Die Kirchengemeinde bietet ferner in den Wintermonaten November – März ein Nachtcafé für Obdachlose an. In den Nächten von Freitag auf Samstag stehen ihnen neben dem warmen Dach über dem Kopf, Essen, Schlafgelegenheit und Kleider und Gesprächspartner zur Verfügung.

Trotz erheblicher Schwierigkeiten, wie Kürzungen der Zuschüsse durch das Erzbischöfliche Ordinariat oder Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur, ist und bleibt die Gemeinde lebendig und aktiv.